Mehr als nur ein Job: Das Geschenk der Mobilität
Ein Bericht von Mario Hawaz - Medizinprodukteberater Vitalpoint
Mit 54 Jahren blicke ich auf ein erfülltes Berufsleben zurück. Doch keine meiner früheren Tätigkeiten hat mich emotional je so berührt und erfüllt wie die jetzige: Ich bringe Menschen ein Stück Freiheit zurück, die sie längst verloren glaubten. Meine Aufgabe ist es, zu Patienten nach Hause zu fahren und ihnen die Welt der elektrischen Mobilität – sei es ein Rollstuhl oder ein Elektromobil – vorzustellen.
Jeder Termin beginnt fast identisch: mit einem Moment der Skepsis. Wenn ich mit den oft hochwertigen und teuer anmutenden Hilfsmitteln vorfahre, sehe ich in den Augen der Betroffenen oft Unglauben. „Das bekomme ich wirklich kostenlos auf Rezept?“, ist die unausgesprochene Frage, die im Raum steht. Es ist eine Hürde, die wir gemeinsam in den ersten Sekunden überwinden müssen. Doch sobald das Eis gebrochen ist, beginnt die eigentliche Magie: die Bedarfsanalyse.
Denn es geht nicht darum, irgendein Gefährt zu verkaufen. Es geht darum, das perfekte Hilfsmittel für ein individuelles Leben zu finden. Manchmal ist die Lösung so klar wie der Tag: Lebt der Patient in einer ländlichen Gegend, wo die Infrastruktur dünn und die Wege weit sind, ist das Elektromobil oft die beste Wahl. Mit seiner größeren Reichweite und dem hohen Fahrkomfort ist es der ideale Begleiter für lange Strecken und gelegentliche Unebenheiten. Es gibt den Menschen die Möglichkeit, wieder selbstständig zum nächsten Ort zu fahren, ihre Nachbarn zu besuchen, ohne ständig auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.
In der städtischen Umgebung sieht die Sache anders aus. Hier glänzt der elektrische Rollstuhl. Er ist kompakt, wendig und oft faltbar. Er passt in den Aufzug, in enge Supermarktgänge und, ein wichtiger emotionaler Punkt, in den Kofferraum des PKW. Er ist der Schlüssel zu ungeplanten Ausflügen, zu Arztbesuchen in der Ferne, kurzum: zur Teilnahme am öffentlichen Leben.
Das größte emotionale Hindernis, das ich immer wieder erlebe, ist die Angst. Viele meiner Patienten wollen den Termin am liebsten absagen. Sie fürchten, mit der Technik nicht zurechtzukommen, die Bedienung sei zu kompliziert. Sie haben Angst vor dem Scheitern, davor, dass auch diese Hoffnung sich als Illusion erweist.
An dieser Stelle werde ich zum Mutmacher. Ich kann aus tiefstem Herzen versichern: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich erkläre, dass jeder, wirklich jeder, ob früher Fahrlehrer, LKW- oder Busfahrer, zwei bis drei Tage Übung braucht, um sich an das neue Gefühl zu gewöhnen.
Und dann geschieht es: Aus anfänglicher Angst wird eine spürbare, fast kindliche Begeisterung. Wenn die Patienten erst einmal festgestellt haben, wie intuitiv die Joystick-Steuerung ist, wie leicht sich die Fahrzeuge manövrieren lassen, wollen viele gar nicht mehr aussteigen! Ich sehe das Lächeln, das immer breiter wird, die Freude, die in den Augen aufblitzt, wenn sie die ersten Runden im eigenen Wohnzimmer oder auf der Straße drehen. Es ist der Moment, in dem aus einem Gerät ein Werkzeug zur Lebensqualität wird.
Ich möchte daher jedem, der mit dem Gedanken spielt, nur zurufen: „Probieren Sie es doch einfach mal aus!“
Wir kommen unverbindlich und kostenfrei vorbei. Sie haben nichts zu verlieren. Aber Sie haben unendlich viel zu gewinnen: die Freiheit, selbst zu entscheiden, wohin die Reise geht; die Selbstständigkeit, die das eigene Ich stärkt; die Teilnahme am Leben, anstatt nur Zuschauer zu sein. Und ja, auch den Spaß am Fahren und die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen. Wie oft sehe ich Rollstuhlnutzer, die sich wie alte Hasen über ihre Gefährte austauschen? Wer weiß, wen man im neuen Mobil alles kennenlernt?
Diese Aufgabe ist für mich längst mehr als nur ein Job, sie ist eine Passion. Es ist das unbezahlbare Gefühl, wenn ich den Hof verlasse und weiß, dass ich einem Menschen heute nicht nur ein Hilfsmittel, sondern ein neues, größeres Stück Welt geschenkt habe.
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